ETH Swiss GeoLab

Mit dem ETH Swiss GeoLab baut die ETH Zürich im D4 Business Village ein interdisziplinäres Kompetenzzentrum für Erdbeobachtung auf. Das Zentrum verknüpft Daten aus dem All, aus der Luft und vom Boden mit KI-gestützten Analysemethoden und Hochleistungsrechnern. Ziel ist, aus grossen Datenmengen praktisch nutzbare Erkenntnisse und Lösungen für gesellschaftliche und wirtschaftliche Fragen zu gewinnen. Der Standort befindet sich neben dem Technopark Luzern in Root.

 

Wie soll das Projekt aussehen?

Das GeoLab soll Forschung, technische Entwicklung und praktische Anwendungen zusammenführen. Erdbeobachtungsdaten stammen beispielsweise von Satelliten, Drohnen, Sensoren und meteorologischen Messstationen. Gemeinsam ausgewertet können sie helfen, Veränderungen auf der Erde besser zu erkennen und einzuordnen.

Mögliche Anwendungen reichen von der Früherkennung von Naturgefahren bis zu Ernteprognosen für die Landwirtschaft. Ein erstes angekündigtes Pilotprojekt befasst sich mit der Erkennung von Massenbewegungen wie Fels- und Bergstürzen anhand von Satellitendaten. In Zusammenarbeit mit dem WSL-Institut für Schnee- und Lawinenforschung SLF und dem Bundesamt für Umwelt sollen bestehende regionale Früherkennungssysteme weiterentwickelt werden.

Ein weiterer Baustein ist ein KI-Modell, das unterschiedliche Geodaten zusammenführt und räumliche Zusammenhänge erkennen soll – etwa, welche Gebiete besonders durch Massenbewegungen gefährdet sein könnten. Langfristig sollen solche Werkzeuge Forschenden, Behörden und Unternehmen zur Verfügung stehen.

Das GeoLab ist kein angekündigter Neubau auf einer freien Fläche. Die ETH richtet das Zentrum in verfügbaren, erweiterbaren Räumen des D4 Business Village ein. Der Standort bietet eine direkte Nachbarschaft zum Technopark Luzern und einen eigenen Bahnhof. Die ETH nennt auch die gute Verbindung zum ETH-Campus in Zürich als Standortvorteil.

 

Was bisher lief

  • Im Juli 2025 kündigte die ETH Zürich an, mit Unterstützung der Jörg G. Bucherer-Stiftung ein Kompetenzzentrum für Erdbeobachtung aufzubauen. Die Stiftung stellt dafür über zehn Jahre insgesamt 100 Millionen Franken bereit. Der Kanton Luzern beteiligt sich mit 2,8 Millionen Franken an den Infrastrukturkosten des Standorts.
  • Im September 2025 wurde Felix Seidel als Geschäftsführer des GeoLabs bekannt gegeben. Die ETH beschrieb den Aufbau als mehrstufigen Prozess: zunächst organisatorische Grundlagen und Forschungsschwerpunkte, danach Wachstum und schliesslich der Übergang zum Vollbetrieb.
  • Bei der Standortsuche gingen bis Ende November 2025 46 Vorschläge ein. Sieben Standorte kamen in die engere Auswahl. Im März 2026 gab die ETH bekannt, dass sie sich für das D4 Business Village in Root entschieden hat.
  • Im März 2026 kündigte die ETH die Eröffnung des Standorts für den Sommer an und stellte erste Forschungsvorhaben vor. 

 

Aktueller Stand

Das ETH Swiss GeoLab ist am Standort D4 Business Village in Root angesiedelt. Der Aufbau des Kompetenzzentrums läuft. Die ETH beschreibt Root als Standort für den schrittweisen Aufbau des Teams und der Forschungsaktivitäten. 

Öffentlich angekündigt sind als frühe Schwerpunkte die Früherkennung von Massenbewegungen und die Entwicklung von KI-Werkzeugen für die Auswertung räumlicher Daten. Die ETH möchte dabei von Anfang an mit Behörden, Start-ups, Industriepartnern und Forschungsinstitutionen zusammenarbeiten. Mit der Hochschule Luzern führte sie laut ETH bereits Gespräche über mögliche Kooperationen.

 

Ausblick

Das GeoLab soll in den kommenden Jahren schrittweise wachsen. Laut ETH soll das Zentrum um 2030 seine volle Grösse erreichen; dann sollen rund 100 Fachpersonen vor allem projektbezogen in Luzern tätig sein. Eine erste Ausschreibung für Forschungsprojekte sollte nach der Ankündigung vom März möglichst noch 2026 starten. Die ersten Teams sollten ab 2027 in Luzern an solchen Projekten arbeiten.

Für LuzernOst ist das GeoLab ein neuer Impuls für Forschung und Innovation im D4-Umfeld. Zusammen mit dem benachbarten Technopark kann der Standort Kooperationen zwischen Wissenschaft, Unternehmen und öffentlicher Hand fördern. Wie sich diese Zusammenarbeit und die Präsenz des GeoLabs konkret entwickeln, wird sich mit dem schrittweisen Aufbau zeigen.

 

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