Optimierung anschluss buchrain

Rund um den A14-Anschluss Buchrain stossen die Kantonsstrassen K 65 und K 65c während der Verkehrsspitzen regelmässig an ihre Kapazitätsgrenzen. Rückstaus beeinträchtigen nicht nur den Autoverkehr, sondern auch Busse sowie den Fuss- und Veloverkehr. Der Kanton Luzern plant deshalb eine umfassende Neuordnung des Anschlussbereichs. Sie soll den Verkehrsfluss verbessern und die Erreichbarkeit der Gemeinden im Rontal und im Seetal sichern.

 

Wie soll das Projekt aussehen?

Ein zentraler Bestandteil ist eine neue Verbindungsstrasse zwischen der Reussbrücke und der Hauptstrasse. Sie soll einen Teil des Verkehrs neu führen und den Knoten bei der Reussbrücke entlasten. Die öffentliche Projektauflage umfasst zudem Anpassungen an den Knoten Grossmatt und Fahr sowie den Ausbau der Dorf- und Hauptstrasse. An den Knoten sind Lichtsignalanlagen vorgesehen. Sie sollen den Verkehr gezielt steuern, Busse bevorzugen und sichere Fussgängerquerungen ermöglichen.

Auch der öffentliche Verkehr sowie der Fuss- und Veloverkehr sollen verbessert werden. Vorgesehen sind unter anderem eine neue Bushaltestelle Grossmatt-Fahr mit Zugängen aus der Unterführung, eine Anpassung der Haltestelle Reussbrücke und Busbevorzugungsanlagen. Rad- und Fussverkehrsanlagen sollen ausgebaut und an den Knoten Fahr sichere Querungen geschaffen werden. Über den Perlenkanal ist eine neue Brücke geplant.

Zur Entlastung der Ortsdurchfahrt sind flankierende Massnahmen vorgesehen. Die Lichtsignalanlage auf der Hauptstrasse soll den Verkehr durch Buchrain dosieren und gebietsfremden Durchgangsverkehr vermindern. Die aufgelegten Unterlagen enthalten ausserdem lärmmindernde Beläge sowie eine geplante Reduktion der Höchstgeschwindigkeit von 60 auf 50 km/h auf einem Abschnitt der Hauptstrasse.

Die Planung betrifft vor allem das Kantonsstrassennetz. Ergänzende Anpassungen im Bereich der Autobahn liegen in der Zuständigkeit des Bundesamts für Strassen ASTRA und werden separat, aber eng mit dem Kantonsprojekt koordiniert. Dazu zählt eine geplante Direkteinfahrt Richtung Zug.

 

Was bisher lief

Der Planungsprozess läuft seit 2019. In den Vorstudien und Verkehrserhebungen der Jahre 2019 bis 2023 zeigte sich, dass der Knoten K 65/K 65c bei der Reussbrücke der entscheidende Engpass im Anschlusssystem ist. Der Kanton kam zum Schluss, dass kleinere, rasch umsetzbare Massnahmen die Situation nicht ausreichend verbessern würden.

Im Januar 2022 stellte der Kanton die Ergebnisse einer Verkehrsstudie öffentlich vor. Das Konzept wurde anschliessend vertieft und weiterentwickelt. 2023 folgte eine Vernehmlassung. Die Rückmeldungen waren laut Kanton überwiegend positiv; die Gemeinde Buchrain äusserte sich damals kritisch und bezweifelte die Wirkung des vorgeschlagenen Projekts. Der Kanton vertiefte die Planung daraufhin weiter.

Parallel dazu wurde ein Lotsendienst am Knoten K 65c/Hauptstrasse getestet. Der Versuch zeigte laut Auswertung weniger Rückstau und kürzere Busverlustzeiten, machte aber auch deutlich, dass der Einsatz für die Lotsinnen und Lotsen geeignete Schutzmassnahmen braucht. Der Lotsendienst soll deshalb während der Spitzenzeiten bis zur Umsetzung des Strassenprojekts weitergeführt werden.

Am 22. Januar 2026 informierten Kanton und Gemeinde die Bevölkerung über das weiterbearbeitete Projekt. Das Kantonsstrassenprojekt lag anschliessend vom 18. März bis 7. April 2026 öffentlich auf. Die aufgelegten Unterlagen umfassten auch einen Umweltverträglichkeitsbericht und Angaben zum Lärmschutz. Im Mai 2026 bewilligte der Kantonsrat mit 97 zu 17 Stimmen einen Planungskredit von 3,1 Millionen Franken für die nächsten Planungsschritte.

 

Aktueller Stand

Die öffentliche Auflage ist abgeschlossen. Die Projektwebsite des Kantons sieht die Projektbewilligung für 2027 vor.

Der bewilligte Planungskredit von 3,1 Millionen Franken finanziert die weiteren Planungsarbeiten, darunter die Bereinigung des Bauprojekts, das Ausführungsprojekt und die vertiefte Ausarbeitung flankierender Massnahmen. Er ist nicht der Baukredit. Die Kosten für die Realisierung des Kantonsstrassenprojekts werden derzeit auf rund 37 Millionen Franken geschätzt.

 

Ausblick

Für 2027 ist die Projektbewilligung vorgesehen. Danach sollen Kantonsrat und Stimmbevölkerung über den Baukredit entscheiden; gemäss kantonaler Botschaft ist dafür 2027/2028 vorgesehen. Der frühestmögliche Baubeginn wird derzeit mit 2028/2029 angegeben. Diese Termine hängen vom weiteren Bewilligungsverfahren und den Kreditbeschlüssen ab.

Die Umsetzung muss mit den Projekten des ASTRA am A14-Anschluss abgestimmt werden, insbesondere mit dem Gesamtsystem Bypass Luzern. Bis das Strassenprojekt realisiert ist, soll der Lotsendienst die Verkehrssituation während der Spitzenzeiten verbessern.

 

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