Gisikon entwickelt seinen Dorfkern und schafft planerische Voraussetzungen für die längerfristige Weiterentwicklung der Sagenmatt. Das öffentliche Konzept betrachtet drei zusammenhängende Bereiche: die gemeindeeigene Parzelle im Dorfkern, den Strassenraum zwischen den Ortsteilen und das Gebiet Sagenmatt. Die Gesamtrevision der Ortsplanung, in die wichtige Inhalte des Konzepts eingeflossen sind, genehmigte der Regierungsrat am 7. September 2026.
Wie soll das Projekt aussehen?
Die Dorfkernentwicklung soll Gisikon als Wohn- und Begegnungsort stärken und die bislang getrennten Bereiche rund um den historischen Dorfkern, die Gemeindeverwaltung und das Schulareal besser miteinander verbinden. Das Konzept setzt dafür auf eine Kombination aus passenden Neubauten, attraktiven Aussenräumen und besser gestalteten Verbindungen. Es zeigt verschiedene Möglichkeiten auf – einen verbindlichen Bauentwurf gibt es noch nicht.
Ein belebter Dorfkern
Auf der gemeindeeigenen Parzelle sieht das Konzept vorwiegend Wohnungen vor, ergänzt durch publikumsorientierte Nutzungen, die den Dorfkern beleben könnten. Gedacht ist an kleinere Wohnungen für Ein- und Zweipersonenhaushalte, etwa für jüngere Menschen oder ältere Personen, sowie an einzelne grössere Wohnungen für Familien. Welche konkreten Angebote dort entstehen, ist noch offen. Wichtig sind auch attraktive Aussenräume und eine gute Durchwegung.
Für die Gemeindeparzelle empfiehlt das Konzept ein qualitätssicherndes Verfahren, zum Beispiel einen Studienauftrag oder Wettbewerb. Damit könnten unterschiedliche Entwürfe geprüft und eine Lösung entwickelt werden, die sich in den Dorfkern einfügt. Die entsprechenden Vorgaben sollen über eine Gestaltungsplanpflicht gesichert werden.
Bessere Verbindungen zwischen den Ortsteilen
Der Strassenraum soll die verschiedenen Bereiche des Dorfes stärker verbinden. Im Konzept werden mögliche Anpassungen an Strassen und Plätzen untersucht – von einer zurückhaltenden Gestaltung bis zu einer umfassenderen Aufwertung mit zusätzlichen Grün- und Aufenthaltsbereichen. Eine zentrale Platzgestaltung könnte die Verbindung zur Sagenmatt verbessern und die Aufenthaltsqualität sowie die Schulwegsicherheit erhöhen. Welche Variante weiterverfolgt wird, ist noch zu klären; dafür sind auch Gespräche mit den betroffenen Grundeigentümerschaften vorgesehen.
Die Sagenmatt erhalten und langfristig weiterdenken
Für die bestehende Scheune sieht das Konzept eine Umnutzung vor, die ihren dörflichen Charakter bewahrt. Die öffentliche Planung sieht dafür eine Kernzone Erhaltung Sagenmatt vor. In der näheren Umgebung ist eine Grünzone vorgesehen.
Darüber hinaus zeigt das Gesamtkonzept der Grundeigentümerschaft eine mögliche langfristige Entwicklung des nördlichen Sagenmatt-Gebiets: Wohnen und landwirtschaftliche Nutzung könnten mit einem zusammenhängenden Grünraum verbunden werden. Dieser Freiraum soll die Siedlungsteile miteinander verknüpfen und auch für die Bevölkerung nutzbar sein. Das ist eine längerfristige Entwicklungsidee – keine bereits beschlossene konkrete Überbauung. Für eine spätere Bebauung wären weitere planerische Abklärungen nötig, insbesondere zu Erschliessung und Parkierung.
Was bisher lief
- Die Gesamtrevision der Ortsplanung wurde am 24. März 2025 öffentlich aufgelegt. Die Unterlagen enthielten neben Zonenplan und Bau- und Zonenreglement auch das Konzept zur Dorfkernentwicklung und das Gesamtkonzept Dorferweiterung Sagenmatt.
- Die Gemeindeversammlung beschloss die Ortsplanungsrevision im November 2025. Der Regierungsrat genehmigte sie am 7. September 2026. Damit verfügt Gisikon über eine rechtskräftige Grundlage für die räumliche Entwicklung; auch die vorgesehenen Entwicklungsmöglichkeiten im Gebiet Sagenmatt wurden genehmigt.
- Das Dorfkernkonzept entstand als Gesamtbetrachtung der gemeindeeigenen Parzelle, des verbindenden Strassenraums und der Sagenmatt. Es wurde von einer Projektgruppe mit Vertretungen der Gemeinde, der Verwaltung und der Grundeigentümerschaft begleitet.
Ein öffentliches Konzept aus dem Jahr 2024 beschreibt ausserdem ein damaliges Bauvorhaben auf einer Parzelle innerhalb der bestehenden Kernzone: zwei Neubauten mit Wohn- und Gewerbenutzung. Diese Planung ist von der langfristigen Entwicklung der nördlichen Sagenmatt zu unterscheiden.
Aktueller Stand
Die Ortsplanungsrevision ist genehmigt und rechtskräftig. Damit ist der planerische Rahmen für die Entwicklung des Dorfkerns und der Sagenmatt festgelegt. Die konkreten Bauprojekte, die Gestaltung des öffentlichen Raums und die Umsetzung der verschiedenen Konzeptideen sind damit jedoch noch nicht abschliessend bestimmt.
Für die gemeindeeigene Parzelle empfiehlt das Konzept als nächsten Planungsschritt ein qualitätssicherndes Konkurrenzverfahren. Beim Strassenraum stehen Varianten zur Diskussion; der genaue Perimeter und das weitere Vorgehen sollen mit den Grundeigentümerschaften abgestimmt werden. Für eine spätere Bebauung der Sagenmatt über die Scheunenumnutzung hinaus braucht es zusätzliche Beurteilungen und vertiefte Planungen.
Ausblick
In den nächsten Planungsschritten wird sich zeigen, wie die Gemeindeparzelle konkret genutzt und gestaltet wird und wie die öffentlichen Räume zwischen Dorfkern, Schule, Verwaltung und Sagenmatt aufgewertet werden können. Ein qualitätssicherndes Verfahren könnte dafür verschiedene Entwürfe vergleichbar machen. Auch eine Mitwirkung der Bevölkerung wird im Konzept empfohlen.
Für die Sagenmatt bleibt die sorgfältige Abstimmung zwischen Scheunenerhalt, Freiraum, Erschliessung und einer möglichen späteren Siedlungserweiterung zentral. Die langfristige Entwicklung ist an weitere planerische Schritte gebunden; ein konkreter Zeitplan dafür ist in den öffentlich zugänglichen Unterlagen nicht festgelegt.