Zentrumsplanung Ebikon

Mit der Zentrumsplanung hat die Gemeinde Ebikon gemeinsam mit der Bevölkerung und weiteren Anspruchsgruppen ein Zielbild für die Weiterentwicklung des Ortszentrums erarbeitet. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie das Zentrum trotz starkem Verkehr, unterschiedlicher Nutzungen und hoher Entwicklungsdynamik als zusammenhängender, attraktiver Lebensraum gestärkt werden kann.

 

Wie soll das Zentrum aussehen?

Das Zielbild – von der Gemeinde «LeiStbild» genannt – verbindet Nutzungsangebot, Stadtraum, Aufenthalt und Begegnung, ökologische Nachhaltigkeit und Klima sowie Mobilität und Vernetzung. Das Zentrum soll künftig nicht nur aus einzelnen Gebäuden und Plätzen bestehen, sondern als Netz von gut erreichbaren Orten funktionieren. Dazu gehören lebendige Nutzungen, angenehme öffentliche Räume, sichere Querungen und bessere Verbindungen zwischen den verschiedenen Teilbereichen. Besonders wichtig ist der Umgang mit der Kantonsstrasse K17: Sie ist eine zentrale Verkehrsachse, trennt das Zentrum heute aber auch räumlich. Ihre Umgebung soll deshalb so gestaltet werden, dass sie neben ihrer Verkehrsfunktion auch mehr Aufenthaltsqualität und bessere Verbindungen ermöglicht.

Das LeiStbild benennt sechs Impulsorte, an denen eine gezielte Weiterentwicklung besonders sinnvoll ist:

  • Areal Löwen: Ein lebendiger Treffpunkt mit möglichen Nutzungen für Gastronomie, Wohnen und Vereinsaktivitäten. Der historische Bestand soll sorgfältig einbezogen werden.
  • Kirchenbezirk und historischer Dorfkern: Aufwertung der Freiräume mit mehr Begrünung, Schatten und entsiegelten Flächen.
  • Riedmattstrasse und Bahnhofareal: Weiterentwicklung des Bahnhofs als Verkehrsdrehscheibe und Aufenthaltsort – mit begrünten, witterungsgeschützten Bereichen und passenden Angeboten.
  • Zentralstrasse und Kantonsstrasse: Gestalterische Aufwertung des Strassenraums, bessere Querungen und mehr Möglichkeiten zum Verweilen. Auch eine Reduktion der Geschwindigkeit wurde als mögliche Massnahme zur Prüfung benannt.
  • Gemeindehausplatz: Ein vielseitig nutzbarer Platz für Begegnung und Veranstaltungen, mit mehr Grün und weniger versiegelter Fläche.
  • Bachpark: Weiterentwicklung des Bereichs am Mühlebach zu einem naturnahen Aufenthalts- und Naherholungsort, ergänzt durch die vorhandenen gastronomischen Angebote.

Die sechs Impulsorte bilden gemeinsam einen Rahmen für die Zentrumsgestaltung. Sie verbinden die Frage nach den einzelnen Plätzen und Arealen mit übergeordneten Themen wie Klima, Freiraumqualität, Nutzungsvielfalt und Mobilität. Die konkreten Veränderungen können je nach Ort unterschiedlich ausfallen und müssen mit den jeweiligen Grundeigentümerschaften, Nutzungen und Zuständigkeiten abgestimmt werden.

 

Was bisher lief

Die Zentrumsplanung wurde als partizipativer Prozess angelegt. Im zweiten Quartal 2023 führte die Gemeinde eine digitale Bevölkerungsumfrage durch, an der sich 1’388 Personen beteiligten. Ergänzend dazu befragte sie Grundeigentümerschaften im Projektperimeter und führte Gespräche mit Schlüsselakteurinnen und -akteuren aus dem Zentrum, darunter Vertreterinnen und Vertreter der Pfarrei und der Jugendanimation. So flossen sowohl die Alltagserfahrungen der Bevölkerung als auch die Entwicklungsvorstellungen der Eigentümerschaften und Institutionen in die Planung ein.

Die Ergebnisse wurden ausgewertet und in einem ersten Entwurf des LeiStbilds zusammengeführt. Eine Begleitgruppe aus Kommissionen, Gewerbe und weiteren Interessengruppen kommentierte den Entwurf im November 2023. Die Rückmeldungen wurden anschliessend weiterbearbeitet und in die definitive Fassung sowie einen Massnahmenkatalog aufgenommen. Das LeiStbild fasst damit die erarbeiteten Ziele und Anforderungen an die künftige Entwicklung des Ortszentrums zusammen.

 

Aktueller Stand

Die Grundlagenarbeit zur Zentrumsplanung ist abgeschlossen. Im Bericht der Gemeinde zum Aufgabenbereich Planung hält sie fest, dass das Projekt Ortsentwicklung Zentrum mit der Verabschiedung des LeiStbilds abgeschlossen wurde. Damit liegt ein strategischer Orientierungsrahmen vor, an dem sich künftige Vorhaben im Zentrum ausrichten können.

Das LeiStbild bedeutet jedoch nicht, dass alle sechs Impulsorte bereits konkrete Bauprojekte oder einen verbindlichen Realisierungstermin haben. Die öffentlich zugänglichen Projektinformationen zeigen für die einzelnen Orte noch keine durchgängige Umsetzungsplanung mit Etappen, Zuständigkeiten und Finanzierung. Für Vorhaben an der K17 ist zudem der Kanton als Eigentümer und zuständige Behörde der Kantonsstrasse ein wichtiger Planungspartner. Die weitere Umsetzung muss deshalb je nach Massnahme mit Grundeigentümerschaften, Kanton, ÖV-Akteuren und weiteren Beteiligten abgestimmt werden.

 

Ausblick

Als nächster Schritt gilt es, die Massnahmen aus dem LeiStbild zu priorisieren und in umsetzbare Vorhaben zu überführen. Dazu gehören die Klärung, welche Impulsorte zuerst vertieft werden, wer die jeweiligen Projekte trägt und welche Planungsinstrumente, Bewilligungen und finanziellen Mittel erforderlich sind. Für einzelne Bereiche können Studien, Wettbewerbe, Gestaltungsplanungen oder Infrastrukturprojekte nötig sein.

Wichtig ist eine etappenweise Umsetzung, die über die einzelnen Areale hinausdenkt: Verbesserungen an öffentlichen Plätzen, neue Nutzungen, Begrünung und sichere Wege sollten zusammen ein besser vernetztes Zentrum ergeben. Bei der K17 und beim Bahnhofareal ist die Abstimmung mit den zuständigen Infrastruktur- und Verkehrspartnern zentral. So kann das LeiStbild langfristig als gemeinsame Richtschnur dienen, während konkrete Veränderungen dort starten, wo Zuständigkeiten, Planung und Finanzierung geklärt sind.

 

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